{"id":9760,"date":"2026-07-30T18:17:09","date_gmt":"2026-07-30T16:17:09","guid":{"rendered":"https:\/\/buh-jesberg.de\/?page_id=9760"},"modified":"2026-07-30T18:48:54","modified_gmt":"2026-07-30T16:48:54","slug":"der-juedische-friedhof-in-jesberg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/buh-jesberg.de\/index.php\/der-juedische-friedhof-in-jesberg\/","title":{"rendered":"Der j\u00fcdische Friedhof in Jesberg"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-page\" data-elementor-id=\"9760\" class=\"elementor elementor-9760\" data-elementor-post-type=\"page\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-a6a948a elementor-section-content-middle elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"a6a948a\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-50 elementor-top-column elementor-element elementor-element-4b0c53b\" data-id=\"4b0c53b\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-2c0b5d0 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"2c0b5d0\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>In Jesberg sind wahrscheinlich seit der Zeit nach dem 30j\u00e4hrigen Krieg j\u00fcdische Familien ans\u00e4ssig. Aber erst nach fast 200 Jahren war die israelitische Gemeinde so angewachsen und gefestigt, dass sie sich entschied, eine eigene Synagoge zu errichten.<\/p><p>Aus dem Jahr 1776 sind 7 Juden in Jesberg belegt. 1835 werden 53 Jesberger, j\u00fcdischen Glaubens erw\u00e4hnt und in diese Zeit f\u00e4llt der Neubau der Synagoge vor der Gilsabr\u00fccke (Eckerbr\u00fccke) in der fr\u00fcheren \u201cHintergasse\u201d, heute Densberger Stra\u00dfe. Die Zahl der Gemeindemitglieder stieg im 19. Jahrhundert noch weiter. 1885 gab es 85 Juden in Jesberg, dies entsprach 10% der Gesamtbev\u00f6lkerung.<\/p><p>Bei einer solch gro\u00dfen Glaubensgemeinschaft kam es nat\u00fcrlich auch vermehrt zu Bestattungen. Die j\u00fcdische Gemeinde Jesberg war bis hier hin Mitglieds-Gemeinde des israelitischen Verbands-Friedhofs in Haarhausen. Hier hatten sich mehr als ein Dutzend Gemeinden aus dem Borkener Umkreis zusammengefunden, um den Friedhof zu unterhalten und zu verwalten.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-50 elementor-top-column elementor-element elementor-element-b1f761c\" data-id=\"b1f761c\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-5bfbdc7 elementor-widget elementor-widget-image\" data-id=\"5bfbdc7\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"image.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/buh-jesberg.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Eingang.jpg\" data-elementor-open-lightbox=\"yes\" data-elementor-lightbox-title=\"Eingang\" data-elementor-lightbox-description=\"Eingang\" data-e-action-hash=\"#elementor-action%3Aaction%3Dlightbox%26settings%3DeyJpZCI6OTc2NywidXJsIjoiaHR0cHM6XC9cL2J1aC1qZXNiZXJnLmRlXC93cC1jb250ZW50XC91cGxvYWRzXC8yMDI2XC8wN1wvRWluZ2FuZy5qcGcifQ%3D%3D\">\n\t\t\t\t\t\t\t<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/buh-jesberg.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Eingang.jpg\" class=\"attachment-large size-large wp-image-9767\" alt=\"Eingang\" srcset=\"https:\/\/buh-jesberg.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Eingang.jpg 1067w, https:\/\/buh-jesberg.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Eingang-300x225.jpg 300w, https:\/\/buh-jesberg.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Eingang-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-dbdaec7 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"dbdaec7\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-450821f\" data-id=\"450821f\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-983e0ed elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"983e0ed\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Der j\u00fcdische Friedhof in Haarhausen ist einer der \u00e4ltesten in Hessen. Er soll bereits seit der Mitte des 16. Jahrhunderts bestehen. F\u00fcr Juden war es \u00fcber viele Jahrhunderte schwer, \u00fcberhaupt eigene Begr\u00e4bnispl\u00e4tze zu erwerben. Meist wurde ihnen nur dasjenige Land \u00fcberlassen, das nicht anders genutzt werden konnte. Ein Rittergutbesitzer hatte wohl der damals recht gro\u00dfen israelitischen Gemeinde eine 78,32\u00a0<a href=\"https:\/\/jesberg-entdecken.de\/j2#Tab1\">a<\/a>\u00a0(7832 m\u00b2) gro\u00dfe Fl\u00e4che zur Verf\u00fcgung gestellt, um dort einen Friedhof zu gr\u00fcnden. 372 Grabsteine sind auf dem Haarh\u00e4user Friedhof zu sehen, der \u00e4lteste aus dem Jahr 1705, der j\u00fcngste aus dem Jahr 1940.<\/p><p>Eine Beerdigung der Jesberger Juden war also mit einem 12km langen und beschwerlichen Weg verbunden, der bei Wind und Wetter zur\u00fcckgelegt werden musste. Um 1900 war der Haarh\u00e4user Friedhof nahezu v\u00f6llig belegt und die \u00fcberwiegende Zahl der beteiligten Gemeinden hatten bereits eigene Friedh\u00f6fe angelegt. Die Pflege und Instandhaltung gestalteten sich nun schwierig. Da die Jesberger Juden um die Jahrhundertwende nun auch in wirtschaftlich sicheren Verh\u00e4ltnissen lebten, wurde nun auch hier ein eigener Friedhof angelegt.<\/p><p>Auf einem eigenen, 10,92 a gro\u00dfen Gel\u00e4nde am Rande des Hembergs wurden nun die Gemeindemitglieder bestattet. Der Friedhof liegt jenseits der Siedlung, weil Tote nach j\u00fcdischem Reinheitsgebot als kultisch unrein gelten. So soll ein j\u00fcdischer Friedhof wenigstens 50 Ellen (57,15 m) vom \u00e4u\u00dfersten Haus einer Stadt oder eines Dorfes entfernt sein. Das erkl\u00e4rt die Lage des Friedhofs am Hemberg, jenseits des Dorfes.<\/p><p>Aus einem Artikel aus dem Jahr 1903 geht hervor, dass er 1903 bereits eingeweiht war. Die erste Bestattung fand Ende Dezember 1902 statt, die letzte im August 1933. Insgesamt fanden ca. 30 Jesberger und Densberger (geh\u00f6rten ab 1905 zur Jesberger Gemeinde) Juden hier ihre letzte Ruhe. Wie aus den Akten hervorgeht, befinden sich noch 26 Grabst\u00e4tten\/Grabsteine auf dem Friedhof. Sie waren Mitglieder folgender Familien:<\/p><p>Schloss,\u00a0 \u00a0 Ganss,\u00a0 \u00a0 Katz,\u00a0 \u00a0 Katzenstein,\u00a0 \u00a0 Stern,\u00a0 \u00a0 H\u00f6xter,\u00a0 \u00a0 Vogel,\u00a0 \u00a0 Israel,\u00a0 \u00a0 K\u00f6ppel<\/p><p>Im Judentum sind nur Erdbestattungen vorgesehen. Die Grabstellen sind dauerhafte Ruhest\u00e4tten, ohne zeitliche Befristung. Den Toten darf der Ruheort nicht genommen werden, da sie auf die Auferweckung \u201eam Ende der Tage\u201c und auf ein ewiges Leben von Leib und Seele warten. Der j\u00fcdische Friedhof ist somit unantastbar. Deshalb hei\u00dft der Friedhof im Hebr\u00e4ischen auch \u201eHaus der Ewigkeit\u201c, \u201eguter Ort\u201c oder \u201eHaus der Gr\u00e4ber\u201c.<\/p><p>Am Sabbat fanden weder Bestattungen statt noch wurde der Friedhof besucht. M\u00e4nner (auch Nichtjuden) m\u00fcssen beim Besuch eine Kopfbedeckung tragen. Statt Blumen als Grabschmuck wurden in der Regel kleine Steine auf das Grab gelegt. Die Sitte des Steinablegens erinnert an die Zeit der W\u00fcstenwanderung des Volkes Israel. Steine verhinderten, dass die Leichen von wilden Tieren ausgegraben wurden. Wurde eine Bestattung vorgenommen, brachten Freunde oder Stammesverwandte einen Stein mit, um das Grab zu bedecken.<\/p><p>Bis zum 18. Jahrhundert wurden die Toten nach Jerusalem ausgerichtet, dies \u00e4nderte sich dann ebenso wie die Grabsteingestaltung. Urspr\u00fcngliche wurde die Beschriftung in Hebr\u00e4isch angebracht. Die Haskala (die j\u00fcdische Aufkl\u00e4rung) f\u00fchrte hier zum Angleichen an die christliche Gestaltung der Grabsteine. Sie wurden dadurch aufwendiger gestaltet. Die Beschriftung war dann auf der Vorderseite in Hebr\u00e4isch, auf der R\u00fcckseite in der Landessprache. Verschiedene Motive zierten die aufrechtstehenden Steine.<\/p><p>Traditionelle Grabsteinmotive sind:<\/p><ul><li>Rosen und Blumen<\/li><\/ul><ul class=\"list-normal\"><li>Levitenkanne<\/li><li>Segnende Priesterh\u00e4nde<\/li><li>Channukkaleuchter<\/li><li>L\u00f6we<\/li><li>Segnende H\u00e4nde<\/li><li>Gebrochener Baumstamm<\/li><li>Davidstern<\/li><li>Zedaka-Box<\/li><li>Vogelpaar<\/li><\/ul><p>Die\u00a0<a href=\"https:\/\/rlp.museum-digital.de\/index.php?t=objekt&amp;oges=25209\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>segnenden H\u00e4nde<\/strong><\/a>\u00a0verweisen auf die Herkunft des Toten aus dem Priestergeschlecht Aarons. Sie deuten die Segensgeste des Priesters an. Familiennamen wie Cohen, Katz und Kahn erinnern ebenfalls auf eine Herkunft aus einer alten Priesterfamilie.<\/p><p>Das\u00a0<strong>Symbol einer Kanne<\/strong>\u00a0(<a href=\"https:\/\/nat.museum-digital.de\/index.php?t=objekt&amp;oges=1076538&amp;navlang=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Levitenkanne<\/a>\u00a0oft mit Wasserschale) verweist auf die Herkunft des Toten aus der altpriesterlichen Familie Levi (Tempeldiener). Familiennamen, die an diese Herkunft erinnern sind Levi, Lewin, L\u00f6we, L\u00f6wenthal u.\u00e4..<\/p><p><strong>Rosen und Blumen<\/strong>\u00a0finden sich auf den Grabsteinen als schm\u00fcckendes Element. Gerne wurde sie bei Frauen mit Namen R\u00f6schen verwendet. Oft schm\u00fcckt die gebrochene Rose auch das Grab eines fr\u00fch verstorbenen M\u00e4dchens.<\/p><p>Der\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Davidstern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Davidstern<\/strong><\/a>\u00a0ist h\u00e4ufig auf Grabsteinen anzutreffen. Das Hexagramm ist ein altes Zeichen, das sich immer mehr zum Sinnbild des Judentums entwickelte. Seine sechs Ecken stehen zeichenhaft f\u00fcr die sechs Tage, das Sechseck in der Mitte f\u00fcr den 7. Tag, den Sabbat, an dem Gott von seinem Werk ruhte.<\/p><p>Anmerkung: Der Schl\u00fcssel zum Friedhof ist bei der Gemeindeverwaltung Jesberg erh\u00e4ltlich.<\/p><p>(Verfasserin: Sandra Kurzrock (Ortsvorsteherin Jesberg) mit freundlicher Unterst\u00fctzung von Pfarrer Reinhard Keller, Jesberg)<\/p><p>Hier sind einige <a href=\"https:\/\/buh-jesberg.de\/index.php\/bilder-grabstein-jued-friedhof\/\">Bilder der Grabsteine<\/a> zu sehen!<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Jesberg sind wahrscheinlich seit der Zeit nach dem 30j\u00e4hrigen Krieg j\u00fcdische Familien ans\u00e4ssig. 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