Rathaus

Das Gebäude, das 1663 gebaut wurde, markiert die Einmündung der Schlossstraße in die Frankfurter Straße. In der wechselvollen Geschichte diente das Gebäude als Gasthaus mit Scheune, Umspannstation an der Alten Poststraße zwischen Kassel und Marburg und durch den Saalanbau um 1900 für die unterschiedlichsten Zwecke. Das Datum 1663, auf einem Balken über der Eingangstür, kam beim entfernen einer Verkleidung zum Vorschein. In den Balken war auch der Spruch geschnitzt: Gib o Gott mein ganzes Haus meiner Frau und meinen Kindern. Lass Dir o Gott befohlen sein. Über den ersten Besitzer ist nicht bekannt.

Am 16 Juni 1702 bezogen Bernhard Georg Klopmann mit seiner Ehefrau Anna Barbara geb. Frankenauer das Haus. Im Jahr 1705 wurde, in einem 2. Bauabschnitt, das Gebäude um eine 30 Meter lange Scheune erweitert.

Wilhelm Heinrich Umbach baute, in einem 3. Bauabschnitt um die Jahrhundertwende, den Saal an.

Weiter Besitzer:

  1. Andreas Umbach * 1757, … 26-12.1808, Ehefrau Anna Katharina …31-05-1082
  2. Anton Umbach, Beruf Färber * 31-05-1802, … 27-08-1843, Ehefrau Anna Elisabeth Umbach * 16-04-1808 … 21-11-1872
  3. Wilhnelm Heinrich Umbach *05-07-1839, … 09-07-1909, Ehefrau Katharina Wilhelmine Christine Dreisdorf *03-05-1845 … 31-05-1897
  4. Burghard Wilhelm Umbach *22-07-1881 … 04-04-1921, Ehefrau Katharina Findling * 11-08-1883 … 16-01-1957
  5. Heinrich Umbach * 03-12-1907, … 1960
    • Otto Christian Umbach * 22-09-1910, … 11-09-1982
    • Elisabeth Umbach * 07-07-1912, … 12-02-1926
    • Mathilde Annelise Umbach * 18-03-1917, … 11-07-1989
  6. Nach den Krieg 1939 bis 1945 war das Haus völlig vernachlässigt und es stand eine vollständige Renovierung an.

Die beschriebene 30 Meter lange Scheune wurde im Jahr 1932 mit einem Drittel an den Metzgermeister Burghard Claus verkauft. Er richtete die Wurstküche, eine Garage und im oberen Teil eine Trocknung und Räucherkammer ein.

Mathilde Umbach, die den Bäckermeister Erich Einert geheiratet hatte, übernahm 1949 den mittleren Teil um hier eine Bäckerei zu errichten.

Im Jahr 1965 wurde das Gasthaus von Ruth Umbach an Max und Elisabeth Wolf verkauft.

Am 05-08-1974 verkaufte Elisabeth Wolf, nach dem Tod ihres Mannes, das Gasthaus an Dieter und Anita Balzer. Im Gasthaus gab es 1979 einen Zimmerbrand, der sich über das ganze Haus ausbreitete. Die Familie Balzer meldete den Konkurs an.

Die Firma Rehberg aus Ahlen kaufte am 07-11-1980 die Liegenschaft für 120.000 DM

Am 23-09-1986 kaufte die Gemeinde das Haus vom Konkursverwalter der Firma Rehberg zum Preis von 80.000 DM. Etwas später wurde das letzte Drittel der Scheune an die Bäckerei Einert&Hirsch verkauft. Die Gemeinde beschloss den Umbau des ehemaligen Gasthauses und so bekam Jesberg ein neues Rathaus. Die förderfähigen Aufwendungen wurden mit 930.143 DM veranschlagt, der denkmalpflegerische Anteil auf 225.470 DM und die nicht förderfähigen Kosten auf 184.636 DM. Die Pläne für den Umbau wurden vom Architekt Engelbert Heger erstellt.

Im Frühjahr 1988 wurde das Gebäude eingerüstet und die Renovierungsarbeiten konnten beginnen.

Das Rathaus war im Februar 1989 fertiggestellt und so konnte der Umzug aus dem alten Rathaus von der Bleichwiese beginnen. Die offizielle Einweihung, mit einem Tag der offenen Tür, fand am 23-02-1989 statt.